Die Einheitssteuer: Warum Henry George nur Land besteuern wollte

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Es begann mit einem Buch. „Fortschritt und Armut“ von Henry George kam 1879 in die Regale und veränderte die Diskussion über Geld. Die Idee war für die damalige Zeit radikal. Und ehrlich gesagt fühlt es sich jetzt immer noch radikal an. Der Vorschlag war in der Theorie einfach, hatte aber einen gewaltigen Umfang: Besteuert wird nur Land. Einfach landen.

Das war der Kern der einheitlichen Steuerbewegung. Ziel war es, jede andere Form der Besteuerung abzuschaffen. Einkommensteuer? Gehen. Umsatzsteuer? Gegangen. Grundsteuer für Ihr Haus? Aus. Die Regierung würde ausschließlich von der wirtschaftlichen Grundrente leben.

Warum Land? Die Logik fester Ressourcen

Das Argument war nicht nur ideologischer Natur. Es wurzelte in der Wertmechanik. Land ist einzigartig. Mehr davon kann man nicht herstellen. Es handelt sich um eine feste Ressource.

Befürworter verwiesen auf die Wirtschaftstheorien von David Ricardo. Ricardo argumentierte, dass eine Steuer auf die Wirtschaftsmiete nicht verlagert werden könne. Sie können nicht mehr Miete verlangen, nur weil die Regierung mehr Geld will. Das Angebot an Grundstücken ist festgelegt. Eine Besteuerung verringert also nicht das Angebot. Es erfasst lediglich den Wert, den die Gesellschaft kollektiv geschaffen hat, nicht der Einzelne.

„Da Land eine feste Ressource ist, ist die wirtschaftliche Rente ein Produkt des Wirtschaftswachstums und nicht der individuellen Anstrengung; daher wäre es für die Gesellschaft gerechtfertigt, sie zurückzugewinnen, um die Kosten der Regierung zu decken.“

Es gab auch praktische Vorteile. Wenn man die Steuern auf Gebäude abschafft, boomt der Bau. Die Leute bauen mehr. Die Wirtschaft wächst. Außerdem wird die Verwaltung unglaublich einfach. Eine Steuer. Ein System. Keine komplexen Abzüge. Keine Lücken.

Das Problem mit der „Zahlungsfähigkeit“

Kritiker haben es nicht gekauft. Sie sahen Fehler in der Logik, die schwer zu ignorieren waren.

Das Hauptproblem ist Fairness. Die Einheitssteuer ignoriert die Zahlungsfähigkeit. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Besitz von Land und dem Besitz von Gesamtvermögen. Eine arme Person könnte ein kleines Grundstück besitzen. Ein Milliardär könnte keins besitzen, da er alles in Aktien und Anleihen investiert hat. Doch bei einer einzigen Steuer zahlt der arme Grundbesitzer, während der wohlhabende Investor nichts zahlt.

„Kritiker hielten die Steuer für im Widerspruch zum üblichen Maßstab der Zahlungsfähigkeit, da es keinen Zusammenhang zwischen Landbesitz und Gesamtvermögen und -einkommen gebe.“

Dann ist da noch die Frage des „unverdienten“ Einkommens. Wenn Grundrente unverdienter Reichtum ist, warum dann nicht Dividenden besteuern? Oder Kapitalgewinne? Oder Erbschaft? Dabei handelt es sich ebenfalls um Formen des Reichtums, die nicht durch direkte Arbeit erworben werden. Die einheitliche Steuer zieht eine Grenze, die viele für willkürlich hielten.

Und praktisch? Die Umsetzung ist ein Albtraum. Wie trennt man den Wert der Erde vom Wert des darauf stehenden Hauses? Es ist schwierig. Sehr schwierig. In vielen Märkten sind die beiden Werte so eng miteinander verflochten, dass ihre Aufteilung aus steuerlichen Gründen zu endlosen Streitigkeiten führt.

Wo es tatsächlich passiert

Kein Land hat jemals auf ein vollständiges einheitliches Steuersystem umgestellt. Der politische Wille war einfach nicht da. Aber die Idee ist nicht gestorben. Es wurde einfach verdünnt.

Mehrere Orte verwenden modifizierte Versionen des Konzepts. Sie besteuern Grundstücke höher als Gebäude. Oder sie besteuern nur Land.

  • Australien nutzt die Bodenwertsteuer in verschiedenen Formen.
  • Neuseeland hat eine lange Geschichte dieses Ansatzes.
  • Die Provinzen Westkanadas bevorzugen oft den Grundstückswert gegenüber Verbesserungen.
  • Ein paar US-amerikanische Kommunen haben experimentiert