Marktumwälzung bei Smart Ringen: Ouras Patentdominanz und die Zukunft der tragbaren Gesundheitstechnologie

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Der Smart-Ring-Markt hat in letzter Zeit erhebliche Veränderungen erfahren, vor allem aufgrund der aggressiven Patentdurchsetzung durch Oura. Seit Ende 2023 sind mehrere Wettbewerber mit Importverboten in den USA konfrontiert, nachdem die US International Trade Commission (ITC) entschieden hatte, dass sie die Patente von Oura im Zusammenhang mit dem Design von Smart-Ring-Hardware verletzten. Dieser Schritt hat die Wettbewerbslandschaft verändert und Fragen zu Innovation, Marktzugang und der Zukunft der tragbaren Gesundheitsüberwachung aufgeworfen.

Die Patentschlachten: Warum Ringe verboten wurden

Die ITC entschied gegen RingConn und Ultrahuman, nachdem Oura behauptet hatte, sie hätten sein Patent (Patent 178) verletzt, das ein bestimmtes Ring-Hardware-Design schützt. Die Patentbeschreibung ist breit genug, um viele intelligente Ringe abzudecken, was sie zu einem leistungsstarken Instrument für Oura bei Rechtsstreitigkeiten macht.
Dies verdeutlicht ein kritisches Problem: Grundlagenpatente können den Wettbewerb ersticken, indem sie den Zugang zu Kerntechnologien blockieren, selbst wenn die Technologie selbst relativ einfach ist.

In den letzten Jahren waren mehrere Hersteller mit ähnlichen Streitigkeiten über dieses Patent konfrontiert. Oura ist die Konflikte strategisch angegangen: Lizenzvereinbarungen mit Circular und RingConn ermöglichen weitere Verkäufe, während rechtliche Schritte gegen Samsung, Reebok, Zepp Health und Nexxbase seine marktbeherrschende Stellung behaupten.
Die Strategie ist klar: Kontrollieren Sie den Marktzugang durch Patente und diktieren Sie dann den Wettbewerbern die Bedingungen.

Wie sich Unternehmen anpassen

Konkurrenten wie Ultrahuman passen sich an, indem sie sich auf Innovation konzentrieren, um Patentbeschränkungen zu umgehen. Der Chief Business Officer des Unternehmens, Bhuvan Srinivasan, betont, dass schnelle Innovation der Schlüssel zum Erfolg sei.
Dies deutet darauf hin, dass die Branche in eine Phase eintritt, in der Unternehmen ihre Designs ständig weiterentwickeln müssen, um rechtlichen Herausforderungen zu entgehen.

Ultrahuman hat auch der Softwareentwicklung Priorität eingeräumt, da die ITC keine Zuständigkeit für Software hat. Dazu gehören Funktionen wie „Blood Vision“, das ein abonnementfreies Blut-Biomarker-Tracking bietet und direkt mit Oura und Whoop konkurriert.

Die Oura-Strategie: Dominanz durch Innovation und rechtliche Mittel

Oura hat seinen Rechtsschutz verdoppelt und gleichzeitig neue Produkte auf den Markt gebracht, darunter eine Keramikringkollektion und Pläne für eine US-Produktionsstätte zur Unterstützung des Verteidigungsministeriums. Der Rechtsreferent des Unternehmens, Avonte Campinha-Bacote, erklärt, Oura werde weiterhin stark in Forschung und Entwicklung investieren.
Der Schritt zur Expansion in Unternehmenskunden – wie das Verteidigungsministerium – legt eine langfristige Strategie nahe, die über den Verbraucherverkauf hinausgeht und die Position von Oura weiter festigt.

Die Zukunft intelligenter Ringe

Die Smart-Ring-Branche entwickelt sich rasant weiter und die aktuelle Patentlandschaft könnte bald veraltet sein, wenn Unternehmen neue Designs entwickeln. Ultrahuman treibt die Einführung abonnementfreier Dienste und eines anpassbaren App-Stores namens PowerPlugs voran, mit dem Benutzer steuern können, welche Gesundheitsfunktionen die Akkulaufzeit belasten.

Der langfristige Erfolg von Smart Ringen wird davon abhängen, ob rechtlicher Schutz mit schneller Innovation in Einklang gebracht wird. Unternehmen müssen sich entweder im Patentlabyrinth zurechtfinden oder es umgehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die aktuelle Situation unterstreicht die Bedeutung des geistigen Eigentums in neuen Technologien und wie es ganze Märkte prägen kann.