Claude Code: Wie die KI von Anthropic die Softwareentwicklung neu gestaltet

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Das KI-Codierungstool von Anthropic, Claude Code, ist im Silicon Valley schnell unverzichtbar geworden und verzeichnet in den letzten Monaten einen rasanten Anstieg der Akzeptanz. Das Tool ist nicht nur eine weitere Funktion zur automatischen Vervollständigung; Es handelt sich um ein vollwertiges agentisches System, das in der Lage ist, ganze Codeblöcke auf der Grundlage einfacher Spracheingabeaufforderungen zu schreiben. Dieser Wandel markiert einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Software erstellt wird, und Anthropic steht an der Spitze dieser Transformation.

Der Aufstieg der Agentenkodierung

Frühe KI-Codierungstools (2021–2024) boten nur begrenzte Hilfe und schlugen meist Codeausschnitte vor. Im Jahr 2025 begannen Start-ups wie Cursor und Windsurf mit der Agentencodierung zu experimentieren, bei der Entwickler Funktionen beschreiben und die KI die Implementierung übernimmt. Etwa zur gleichen Zeit startete Claude Code von Anthropic, das zunächst mit Fehlern zu kämpfen hatte, sich aber aufgrund der strategischen Weiterentwicklung schnell weiterentwickelte.

Der eigentliche Durchbruch kam mit der Veröffentlichung von Claude Opus 4.5, das eine Schritt-Funktions-Verbesserung der Codierungsfähigkeiten lieferte. Entwickler berichten, dass das neueste Modell nicht nur menschliches Programmieren nachahmt; Es scheint bessere Wege zur Problemlösung gefunden zu haben. Kian Katanforoosh, CEO von Workera, weist darauf hin, dass seine Ingenieure nach dem Testen von Alternativen auf Claude Code umgestiegen seien und festgestellt hätten, dass dieser Code Cursor und Windsurf überlegen sei.

Finanzielle Dynamik

Die geschäftliche Seite der KI-Codierung explodierte Ende 2024. Im November gab Anthropic bekannt, dass Claude Code weniger als ein Jahr nach der Einführung einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 1 Milliarde US-Dollar erreicht hatte. Bis Ende 2025 wuchs ARR um mindestens weitere 100 Millionen US-Dollar und machte etwa 12 % des Gesamtumsatzes von Anthropic in Höhe von 9 Milliarden US-Dollar aus. Auch wenn das Codieren immer noch kleiner ist als das Unternehmensgeschäft, ist es heute eines der am schnellsten wachsenden Segmente von Anthropic.

Anthropic strebt einen positiven Cashflow bis 2028 an, wobei Claude Code eine Schlüsselrolle bei seinem Wachstum spielt. Mit Cowork, einem KI-Agenten, der Dateien verwaltet und mit Software interagiert, ohne dass dafür Programmierterminals erforderlich sind, expandiert das Unternehmen nun in nicht-programmierende Bereiche.

Der sich ändernde Workflow

Anthropics Leiter Claude Code, Boris Cherny, beschreibt die Änderung: „Wenn Sie sich den Code ansehen, den ich schreibe, sind 100 Prozent mit Claude Code geschrieben.“ Ingenieure führen jetzt mehrere Agenten gleichzeitig aus und wechseln zwischen Aufgaben, während die KI die schwere Arbeit übernimmt. Bei diesem neuen Workflow geht es nicht um tiefe Konzentration; Es geht um effizienten Aufgabenwechsel und die Nutzung von KI für Geschwindigkeit.

Anthropic-Mitarbeiter haben Claude Code mit erstaunlicher Geschwindigkeit übernommen, wobei Cherny behauptet, dass fast 100 % des technischen Personals es täglich nutzen. Die unternehmensinterne Kultur des „Dogfooding“ (unter Verwendung eigener Produkte) sorgt für schnelles Feedback und Verbesserungen.

Die Zukunft der Arbeit

Die Auswirkungen gehen über die Codierung hinaus. Anthropic plant, agentische KI auf breitere Wissensarbeit anzuwenden und Aufgaben wie das Ausfüllen von Formularen, die Datenübertragung und die E-Mail-Verwaltung zu automatisieren. Dieser Wandel wird störend, aber auch befreiend sein und es den Arbeitnehmern ermöglichen, sich auf kreativere und strategischere Aktivitäten zu konzentrieren.

Die Entwicklung von Lochkarten über Maschinencode bis hin zu Hochsprachen spiegelt den aktuellen Übergang zu KI-Agenten wider. Die Lernkurve wird sich verlangsamen und Tools wie Claude Code und Cowork zunehmend zugänglich machen.

Wie Cherny es ausdrückt: „Das ist der größte Spaß, den ich je als Ingenieur hatte, weil ich nicht die ganze mühsame Arbeit machen muss.“ Dieses Gefühl dürfte sich branchenübergreifend ausbreiten, da KI-Agenten immer leistungsfähiger werden.

Fazit: Claude Code verbessert nicht nur die Softwareentwicklung – es definiert die Art und Weise, wie Arbeit selbst erledigt wird, neu. Die Agenten-KI von Anthropic ist bereit, die Automatisierung in mehreren Sektoren zu beschleunigen, was eine höhere Effizienz verspricht, aber auch Fragen über die Zukunft qualifizierter Arbeitskräfte aufwirft.